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Wenn Staatsschulden zur Investition werden

An der 1531 errichteten Börse wurden die Kurse für Kredite an Monarchen festgelegt. Wann wurden die persönlichen Schulden von Königen zu Investitionsobjekten? Der Schlüssel liegt im System der Staatsanleihen.

2026-08-13 Mitsuru Hayama Die Herkunft der Wörter

Ein Ort für Kaufleute aller Art

Im Jahr 1531 wurde in Antwerpen eine ständige Börse errichtet. Die Inschrift der Widmung soll den Geist zum Ausdruck gebracht haben, dass sie für Kaufleute aller Nationen und Sprachen bestimmt sei. In dieser Stadt, die Mitte des 16. Jahrhunderts zu einer der größten nördlich der Alpen geworden war, handelten die Menschen mit Waren und Wechseln. Und noch mit etwas anderem: Staatsanleihen. Selbst die Kurse für Kredite an Monarchen wurden in diesem Gebäude festgelegt.

Allerdings wurden hier keine Aktien gehandelt. Das Konzept der Aktiengesellschaft sollte erst später, im Jahr 1602, entstehen.

Die Finanzen des Glanzes

Staatsanleihen waren auch Teil der königlichen Kasse. Der französische König Franz I. ließ innerhalb von etwa fünfzehn Jahren sieben Schlösser errichten oder umbauen. Um 1528 begann die Umwandlung des mittelalterlichen Jagdschlosses von Fontainebleau in einen Renaissance-Palast, und Maler aus Italien wurden eingeladen. Auch Leonardo da Vinci wurde eingeladen, und eines seiner Werke gelangte auf diesem Weg in das Land.

In die Wände wurde das Wappen des Königs, der Salamander, gemeißelt, dessen Glanz von erstaunlichem Reichtum zeugte. Doch diese Finanzquelle waren neben Steuern und dem Ämterkauf die Staatsanleihen. Die prachtvolle Kultur wurde also im Grunde durch die Lasten des einfachen Volkes getragen.

Ein Versprechen, das nicht gebrochen wird

Warum wurden Staatsschulden zu einem Handelsobjekt? Weil sich der Mechanismus der Verschuldung selbst verändert hatte. Früher machte der König Schulden als Privatperson, und es kam vor, dass diese nicht zurückgezahlt wurden. Die Lage änderte sich jedoch grundlegend, als das Parlament begann, die Rückzahlung zu garantieren.

Staatsanleihen, also Zertifikate, mit denen sich die Regierung in großem Umfang Geld von Privatpersonen leiht, sind Staatsschulden, deren Rückzahlung versprochen ist. Genau dieses institutionalisierte Versprechen machte die Staatsschulden zu einem Investitionsobjekt und senkte die Zinsen. Aus der Perspektive der Geldgeschichte stellt dies einen wichtigen Wendepunkt dar.

Hin zu einem System zur Bündelung von Kredit

Das System der Staatsanleihen sollte schließlich auch das Wesen des Bankwesens beeinflussen. In Portugal wurde die Ausgabe von Banknoten nach und nach bei einer einzigen Bank gebündelt: der Bank von Portugal. Diese Bank wurde am 19. November 1846 durch eine königliche Urkunde gegründet. Sie entstand aus der Fusion der Bank von Lissabon und einer Gesellschaft, die sich auf die Übernahme von Staatsanleihen spezialisiert hatte.

Wenn mehrere Banken Banknoten ausgeben, muss der Empfänger jedes Mal die Kreditwürdigkeit des Emittenten prüfen. Die Vereinheitlichung der Ausgabe bedeutete die Vereinheitlichung des Kredits. Das Monopol für die Ausgabe von Banknoten erhielt die Bank von Portugal erst durch ein Dekret vom 9. Juli 1891, nachdem sie diese Funktion eine Zeit lang mit anderen Banken geteilt hatte.

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