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Methodische Fragen – SILVER (Datenbank für Stempelstudien, KBR Königliche Bibliothek Belgiens)
SILVER project, KBR(Royal Library of Belgium)
Von dieser Quelle gestützte Behauptungen
- Die Schätzung ist ein zweistufiger Prozess: Zuerst wird die ursprüngliche Anzahl der Stempel aus der in der Stichprobe gezählten Anzahl der Stempel ermittelt, und diese wird dann mit der durchschnittlichen Anzahl der pro Stempel produzierten Münzen multipliziert. Estys alternative Strategie besteht darin, die Abdeckung (den Anteil an der Gesamtproduktion, der durch die in der Stichprobe erscheinenden Stempel repräsentiert wird) zu schätzen.
- Das Thema ist der Vorderseitenstempel (Ambossseite), da er sich langsamer abnutzt als der Rückseitenstempel. Drei Werte werden benötigt: o, die Anzahl der in der Stichprobe beobachteten Stempel; n, die Anzahl der Münzen in der Stichprobe; und f1, die Anzahl der Einzelstempel (Stempel, die nur von einer Münze bekannt sind).
- In den 1970er und 80er Jahren wurden mehr als 20 auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen basierende Methoden vorgeschlagen. Wenn n/o „ausreichend hoch“ ist (mindestens 3), sind die Ergebnisse ähnlich. Unter 3 ist Vorsicht geboten, unter 2 ist gefährlich und unter 1,5 sollte vermieden werden. Bei 600 Münzprägungen übersteigt n/o 6 und bei 45 übersteigt es 30.
- Verteilungsmodelle entwickelten sich von binomial (Good, Carter) → Poisson → zur geometrischen Verteilung in den späten 2000er Jahren (Esty 2011). In jüngster Zeit wurde argumentiert, dass eine Kombination aus einer negativen Verteilung (früher Bruch) und einer Binomialverteilung am realistischsten ist. Dies erklärt, warum auch in gut erfassten Stichproben immer wieder neue Stempel gefunden werden und warum der Anteil der Einzelstempel groß ist.
- Die durchschnittliche Anzahl der Münzen pro Vorderseitenstempel ist der umstrittenste Punkt. Amphiktyonische Berichte geben einen Durchschnitt von über 10.000 Münzen pro Vorderseitenstempel an. Moderne Experimente liefern nur eine untere Grenze. Ein Vergleich der Überlebensraten legt nahe, dass der antike Durchschnitt wahrscheinlich nicht unter 10.000 liegt.
- Zur Vereinfachung legt diese Seite die Zahl auf 20.000 Münzen pro Vorderseitenstempel fest. Dies gilt hauptsächlich für große Silbermünzen wie Tetradrachmen. Ein Faktor von 2 (10.000–40.000) ist möglich, aber nicht ein Faktor von 3 (6.666–60.000).
- Referenzen: Esty 1984 NC 144, S. 180–183; Esty 2006 NC 166, S. 359–364; Esty 2011 in Quantifying monetary supplies, S. 43–58; de Callataÿ, Acta Numismàtica 21–23, S. 31–48; Albarède et al. 2021 JAS 131
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